Soweit der Text der Zeitung. Nun noch einiges zur Ergänzung: Der Club ist nun 40 und damit „erwachsen“ geworden. Die Mitgliederentwicklung ist langsam aber stetig. Das Aufnahmeritual unterscheidet sich doch wesentlich von dem anderer Motorradclubs. Gäste sind an den Clubabenden immer willkommen. So kann jeder nach etlichen Besuchen selbst entscheiden, ab er zu uns passt und einen Aufnahmeantrag stellen. Wir tragen keine Kutten, was jedoch nicht bedeutet, dass wir sie ablehnen. Das Durchschnittsalter der Clubmitglieder ist noch „erwachsener“ als der Club selbst. Der erste Mittwoch jeden Monats ist der „Meckermittwoch“, an dem Kritik, Ideen, Vorschläge und manchmal sogar Lob für die „Macher“ (Festausschuss, Vorstand, Mitglieder) angebracht sind. Manchmal geht es richtig herzhaft zur Sache, und wir haben es schon erlebt, dass Besucher die Versammlung fluchtartig verlassen haben. Etliche Clubmitglieder kennen sich in technischen Dingen bestens aus. Schon so mancher hat aus unserem Kreis die Lösung für „sein“ Moped-Problem mit nach Hause genommen. In ganz hartnäckigen Fällen wird auch schon mal Schrauberhilfe geleistet. Weil unser Club nicht (mehr) Markengebunden ist, hat jeder auch ein wenig Einblick in die kleinen Problemchen, die sich bei anderen Fabrikaten einstellen. Die „Heizerfraktion“ ist bei uns nicht so ausgeprägt wie vielleicht in Clubs mit geringerem Durchschnittsalter oder stärker sportlich geprägten Ambitionen. Wohl die Hälfte der Mitglieder sind Wiedereinsteiger, bei denen die Verpflichtungen der Familie gegenüber geringer geworden ist. Die andere Hälfte hat immer Motorrad gefahren. Selbstverständlich ist bei uns, dass bei den unterschiedlichen Aktivitäten Kinder dabei sind und teilnehmen, wenn sie alt genug sind. Wesentlicher Bestandteil unseres Jahresprogramms sind Sicherheitstrainings. In Vordergrund steht dabei das Motto: Wer gut langsam fahren kann, darf gerne auch mal schnell fahren. Gemeint ist: Das Sicherheitstrainig dient in erster Linie der realistischen Einschätzung aller Fahreinflüsse. Unvermeidlich ist dabei auch eine Portion Theorie zum Thema Fahrphysik. Nach so einem Training glaubt keiner mehr, dass er schneller als ein Auto „um die Ecke“ oder anhalten kann. Mindestens auf der Heimfahrt hat noch jeder die Hinweise zum Sicherheitsabstand parat. Eindrucksvoll sind dann die Trainings bei mittlerer oder höherer Geschwindigkeit. Das Gefühl für das Fahrzeug wird auf eine ganz neue Basis gehoben, wenn jeder seine „Fuhre“ mal aus Schräglage bis zum Stillstand hochgebremst hat. Der vorsätzliche oder provozierte Einsatz des ABS löst bei Beobachtern immer wieder Erstaunen aus. Ein anderer fester Programmpunkt sind Ausfahrten, die durch den Club organisiert durchgeführt werden. Nach vielen Jahren intensiver Partnerschaft zu dem dänischen Yamaha-Club in Korsor verbindet uns nun schon einige Jahre die Ansiedlung von Clubkameraden in Schweden mit diesem schönen Land. Seit fast 10 Jahren sind wir über das Himmelfahrt-Wochenende dort. Zu unseren Clubtreffen erfolgen regelmässig die Gegenbesuche. Einmal im Jahr sucht der Festausschuss ein Ziel in mittlerer Entfernung (300 bis 500 km) aus. Dort verbringen wir dann das erste oder zweite Septemberwochenende. Bei uns heisst das „Clubessen“, an dem selbstverständlich auch die passiven Mitglieder willkommen sind. Gerade die „Passiven“ verfügen über Erfahrungen, die manches Neumitglied noch nicht haben kann. Die sich immer wieder ergebenden Gespräche sind für beide Seiten sehr ergiebig. 1997 haben wir unser Clubessen in Horum in Ostfriesland mit Kindern und passiven Mitgliedern verbracht und nebenbei das „ostfriesische Störtebecker-Patent“ erworben. Das Schrecklichste an jedem von uns ist seine Normalität, bis eben auf die Mopedfahrerei. Davon merkt keiner was, wenn z.B. Weihnachtsfeier mit über 20 Kindern angesagt ist. Auch wenn uns die Feier zum 40-jährigen Bestehen unseres Clubs ein gutes Stück vom Kassenbestand gekostet hat sind wir alle recht glücklich über den gelungenen Verlauf des Jubiläumstreffens. Wir sind voll auf Weitermachen programmiert und freuen uns auf interessierte (interessante ?) Neumitglieder. |