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Motorradclub Kollmar Elbe seit 1960 e.V.

 

MC Kollmar/Elbe von 1960 e.V.

im Motorradfahrer-Treffpunkt
                Fährhaus Spiekerhörn

Bilder und Text:

Thies, Schriftführer,
thies@mckollmar.de 

Wie bei so vielen Dingen imLeben ist die Entstehung des MC Kollmar / Elbe von 1960 der Idee einiger wenigerund wohl auch dem Zufall zu verdanken.
Im Jahr 1960, als fast alledanach trachteten, ein Transportmittel mit Dach über dem Kopf zu haben (z.B.Lloyd 400 – Leukoplastbomber- oder eine BMW-Isetta – Knutschkugel-) gab esein paar „Verrückte“, die sich der niedergehenden Motorradkulturverschrieben.
Hans Bartels, der damals dererste Vorsitzende war, ließ die regelmäßigen Treffen über fast ein halbesJahr in seiner Wohnung stattfinden. In seiner Frau Anita hatte der Club dennauch gleich den ersten Finanzchef und Verwalterin ordnungsgemäßer Abläufe.
Zehnpfennigweise wurde derBeitrag bei jedem Zusammentreffen erhoben. Für die Buchführung hat das unsallen bekannte Oktavheft hergehalten.  Schonzu Ostern fand das erste Treffen, damals noch in sehr kleinem Rahmen, statt.

Alle Clubmitglieder warenBMW-Fahrer und Besitzer.

Schon bald stellte sich heraus,dass es doch noch ziemlich viele Verrückte gab, und das regelmäßige Treffenwurde, weil die Wohnung in der Großen Kirchreihe zu klein geworden war, in die nahe gelegene Gaststätte „Zur Erholung“ verlegt.
Wie bei jedem expandierenden„Unternehmen“ sind auch indem Club die Preise gestiegen: Der Beitrag betrugab 10.06.1961 für jeden Clubabend 50 Pfennige, für die es damals auch schoneine Schachtel Zigaretten (mit 6 Stück) gab.
Im Juli 1961 wurden für dieClubmitglieder 13 dunkelblaue Schals für 5,90DM das Stück beschafft. Aus denAufzeichnungen kann geschlossen werden, dass schon damals große Anschaffungen,wie z.B. ein Schal, abgestottert wurden .
Auch das heute noch alljährlichstattfindende Clubessen ist Tradition seit den Gründerjahren: Das Essen vom23.09.1961 hat 111,60 DM (für alle) gekostet. Aufgeführt sind alle Zutaten,Zubereitung und Gestaltung lag beim Festausschuß. Der Überschuß aus derTombola betrug 1961 ganze 8,00DM.
Auch eine Weihnachtsfeier hat Tradition, immerhin hat der Club dafür 64,25 DM locker gemacht. Der Kassenbestand am 31.12.1961 ist auf 34,55 DM geschrumpft.
Für das Clubtreffen 1962 konnteschon ein Sponsor gewonnen werden:  „DM20,00 von BP-Tankstelle“. 
Interessant am Rande: 1963 wurde wegen der hohen Ölverbräuche der Motorräder ein „Ölgeld“eingerichtet, das dazu diente, Öl zum Nachfüllen und Wechseln in größerenGebinden einzukaufen. Im Herbst 1963 wurde diese Maß-nahme wieder eingestellt.Über Entnahme und Verbräuche ist nichts überliefert.
Bis April 1964 blieb der Clubbeitrag bei DM 0,50 für jeden Clubabend.

Nachzutragen ist, dass schon ab dem Jahr 1960 regelmäßig zu den Elefantentreffen (Damals noch auf dem Nürburgring gefahren wurde. Da der Termin dafür immer im Januar war, waren fast alle auf drei Rädern (mit Seitenwagen) unterwegs. Die Fahrt dorthin dauerte oft länger als 12 Stunden, wenn alles gut ging. Nicht selten mußte einer von den Boxern auf der Strecke repariert werden. Die Schwächen der Maschinen und damit der Ersatzteilbedarf waren vor Fahrtantritt bekannt Kolben, Zylinderköpfe, Ventile, Lichtmaschinen, Fliehkraftregler für die Zündanlage).


Das Bild „Fahrt zum Elefantentreffen“ ist vor Fahretantritt hier aufgenommen worden. Wie man sieht, sind die alten Haudegen vor nichts zurückgeschrekt, und bei dem Wetter auch mit Solomaschinen gefahren.

Interessant ist sicher auch, daß der Benzinverbrauch auf diesen Touren Tankstopps in kurzen Abständen erforderlich machten. (bis 12 ltr auf 100 km). Die längste, von einem jetzt noch aktiven Clubmitglied erlebte Anfahrt soll 1962 oder 63 von morgens 4:00 Uhr bis abends 23:00 Uhr gedauert haben. (550 km mit Unterbrechungen -----)

1965 hat Bruno, damals neu im MC Kollmar, ein Veteranentreffen in Uetersen durchgeführt.

Anfang 1967 war dann scheinbar auch das Geld ein wenig reichlicher, denn es wurde der Sparclub im MC Kollmar gegründet. Er besteht heute noch! Das erste Sparclubessen war deshalb im Dezember 1967.


Die Offroadbilder stammen aus dem Jahr 1967, als in Kollmar-Kuhle (Gaststätte) „Geschicklichkeitsfahren“ angesagt war. Weil es noch keine Enduros gab, hat man das eben mit der Gummikuh bewältigt.

1971 Veteranentreffen in Kollmar, organisiert von Hans Bartels.

1972, Am 01.01.72 tritt die neue Satzung (Beschluß vom 24.09.71) in Kraft. Der Jahresbeitrag beträgt nun DM 24,-; bei Säumnis sind DM 5,- zusätzlich fällig.

Die Troll-Rallye in Norwegen wurde schon zum fünften Mal besucht, kam es auf der nach Hause Fahrt zu dem ersten (und einzigen) Unfall mit Todesfolge in der Clubgeschichte. Heinz Buchholz hatte gegen die Tiefstehende Sonne einen Pkw, der rechts abbiegen wollte übersehen und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf.

In den Folgejahren war der 28.08. immer ein Gedenktag.

In der Hauptversammlung am 08.12.72 wurde eine geänderte Satzung beschlossen: der Clubbeitrag wurde auf DM 30,- pro Jahr ab 01.01.73 festgelegt.

Überhaupt war das Jahr 1973 ein ziemlich turbulentes. Der erste Vorsitzende und der Rechnungsführer (Präsi und Kasse) erklären am 07.06. ihren sofortigen Austritt zum 07.09.73 und fordern eine außerordentliche Hauptversammlung zum 28.08.73. beide drohen mit der Auflösung des Clubs und der Verwendung des Kassenbestandes für wohltätige Zwecke. Durch entschlossenes Handeln der übrigen Clubmitglieder erhalten der 2.Vorsitzende und die Schriftführerin das Mandat, den Club weiterzuführen. Die Jahreshauptversammlung findet planmäßig am 30.11.73 statt. Auch diesmal wird die Satzung geändert bzw. ergänzt: Wer 3-5 Jahre dem Club angehört hat kann im Club bleiben, auch wenn er nicht mehr Motorrad fährt (§3a). Ein weiterer § (4a) wird eingefügt, der Wehr- und Zivildienstleistende von der Beitragszahlung entbindet.

Die Bikerszene hatte sich offenbar stabilisiert, denn das (Oster) Clubtreffen am 13.04.74 besuchten sage und schreibe 1100 Biker. Nach glaubwürdiger Schilderung von Clubmitgliedern, die das miterleben durften, war das Chaos perfekt.

Die Infrastruktur des Dorfes war schlicht nicht mehr vorhanden. Wohin man sich wendete, überall standen Zelte und Motorräder aller Marken und Größen. Die wenigen sanitären Einrichtungen waren dauernd belagert und besetzt. Verpflegung (feste Nahrung) gab es nur sporadisch, aber zu trinken hatten alle was. Der Ordnungsdienst, den der Präsi kurzfristig ins Leben gerufen hatte, konnte die Auseinandersetzungen um die wenigen Bikerinnen und Sozias kaum unter dem Deckel halten. Klar, daß in dieser Situation auch „Dein Freund und Helfer“ nicht zu sehen war. Aber gute Ratschläge hat’s hinterher in Masse gegeben. 

Geläutert durch diese Erfahrung (es war ja noch mal leidlich gut gegangen....) wurde auf der Hauptversammlung am 15.11.74 beschlossen, das Treffen in den Folgejahren als „Einladungstreffen“ und quasi „Geschlossene Gesellschaft“ mit Anmeldung durchzuführen. Die Besucherzahl im Folgejahr ging schlagartig auf ca. 500 und später noch weiter zurück.


Von 1974 stammt das Bild „Bergung“ einer NSU-Max, die „Förster“ zur Wasserkühlung abgestellt hatte.

Immerhin konnte damit ein Stück Kultur gewonnen werden: Für die Gäste gab es Ansteckplaketten mit „MC Kollmar“ und Jahresprägung außerdem konnte, wer wollte, sein Moped mit einem Aufkleber verzieren. Inzwischen kennt man sich auf unseren Treffen, und es wird auch schon mal nachgefragt, ob man bei der Einladung der Gäste vergessen worden sei. Bedauerlich, daß dadurch kaum Neue hinzukommen.

1974 war auch das Jahr, in dem die regelmäßigen Fahrten zur Troll-Rallye nach Norwegen durch das neue Ziel Kosor  in Dänemark (Yamaha-Club) abgelöst wurde.


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Clubgeschichte 1975-1985
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